Institut

Die Räumlichkeiten des Instituts für Kirchengeschichte befinden sich in der dritten Etage der Theologischen Fakultät. Im Zimmer 334 befindet sich das Sekretariat.

Das Institut für Kirchengeschichte versteht seine Arbeit als historische wie als theologische Wissenschaft, und so ist seine Aufgabe die Erforschung und Darstellung der Geschichte des Christentums in einem weiteren geographischen und zeitlichen Horizont bei gleichzeitiger Fokussierung auf seinen konkreten wissenschaftsorganisatorischen Standort an einer Evangelisch-Theologischen Fakultät.

Das Institut hat in der Forschung und in der Lehre zwei Schwerpunkte, die durch die schon traditionelle Ausrichtung seiner Lehrstühle vorgegeben sind: Während der eine vorwiegend mit dem Spätmittelalter und der Reformationszeit befasst ist, ist der andere auf die Neuere und Neueste Kirchengeschichte, also die Zeit seit der Aufklärung und der Französischen Revolution, spezialisiert. Zur Tradition des Instituts gehören große Namen, die bis heute Grundlinien der Forschung an ihm vorgegeben haben: Albert Hauck, Heinrich Böhmer, Heinrich Bornkamm, Franz Lau, Kurt Nowak, Günther Wartenberg und Helmar Junghans. Adolf von Harnack, die überragende Gestalt in der Erforschung der Geschichte des antiken Christentums im 19. Jahrhundert, begann in Leipzig immerhin seine Karriere. Unter dieser Prägung, aber mit eigenen Schwerpunktsetzungen, haben die am Institut tätigen Wissenschaftler in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Publikationen zur Kirchengeschichte der Reformationszeit sowie des 19. und 20. Jahrhunderts, hier insbesondere zur Rolle der Kirche in der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus, herausgebracht.

Die Schwerpunkte der beiden Lehrstühle bilden über spezielle Interessen in Forschung und Lehre hinaus Kerne für das Lehrprogramm insgesamt: So ist der reformationsgeschichtliche Lehrstuhl für Überblicksvorlesungen vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution zuständig, der neuzeitliche für die Zeit seit der Aufklärung und der Französischen Revolution bis zur Gegenwart und für die Geschichte des Christentums in der Antike, also die Zeit der so genannten Alten Kirche. In jedem Semester werden möglichst zwei Überblicksvorlesungen zu je einer Epoche der Kirchengeschichte angeboten. Dabei wird auf thematische Vielfalt geachtet, so dass Aspekte wie die Theologiegeschichte, das Verhältnis von Kirche und Staat, Christentum und Gesellschaft, die kulturgeschichtliche Bedeutung der christlichen Religion, die Entwicklung kirchlicher Institutionen und Strukturen und auch der europäische Kontext der deutschen Kirchengeschichte berücksichtigt werden. Die auf den an die beiden Lehrstühle gebundenen Assistentenstellen tätigen Nachwuchswissenschaftler sollen neben ihren Forschungsprojekten Studierende in methodische Fragen und speziellere Themen des Faches einweisen.

An die beiden Lehrstühle angelagert sind spezielle Abteilungen, die von Mitarbeitern oder Lehrbeauftragten betreut werden. Eine besondere Bedeutung kommt der Abteilung Territorialkirchengeschichte zu, die auch für die Herausgabe der „Herbergen der Christenheit. Jahrbuch für deutsche Kirchengeschichte“ verantwortlich ist. Ebenso wichtig ist die Christ­liche Kunstgeschichte, die sich auf den Protestantismus in der Reformationszeit, im Barock und im Historismus spezialisiert hat. Ein drittes wichtiges Aufgabenfeld ist die Vermittlung von Kenntnissen über die anderen christlichen Konfessionen, vor allem die katholische und die orthodoxen Kirchen, also die Konfessions- und Ökumenekunde.

Ein schon lange an das Institut gebundenes Forschungs- und Publikationsprojekt ist die Lutherbibliographie, die jährlich im Lutherjahrbuch veröffentlicht wird. Eine Internetversion der Bibliographie ist in Vorbereitung. Zu der der Sächsischen Akademie unterstellten Bearbeitergruppe zur Herausgabe der Schriften Thomas Müntzers, die ihren Sitz in den Institutsräumen hat, besteht ein enger Kontakt. Weitere aus Drittmitteln finanzierte Projekte (Reformationsatlas, Sächsisches Pfarrerbuch) werden im Institut wissenschaftlich betreut. 2014 wird ein langfristiges Akademieprojekt zur Herausgabe der kirchenpolitischen Akten der Kurfürsten Friedrich und Johann von Sachsen neu begonnen. Seit Jahrzehnten gibt es überdies eine intensive, zum Teil in Personalunion verwirklichte Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft für sächsische Kirchengeschichte“ und ihren Gemeindegruppen in Leipzig und Dresden.

letzte Änderung: 10.12.2013